Joya, kybun oder Xsensible – welcher Schuh passt zu mir?
Von Fabian Borgmann, Geschäftsführer von Foot Solutions
Joya, kybun und Xsensible Stretchwalker werden oft in einem Atemzug genannt. Alle drei haben Sohlen, die sich deutlich anders anfühlen als ein normaler Schuh. Wer sie zum ersten Mal anprobiert, merkt aber schnell: Die Unterschiede sind groß. Seit 2008 beraten wir in unseren Fachgeschäften in Köln und Düsseldorf zu allen drei Marken. Hier erklären wir, worin sie sich unterscheiden und für wen welcher Schuh in Frage kommt.
Die kurze Antwort
- kybun hat die weichste, am stärksten nachgebende Sohle. Der Fuß sinkt bei jedem Schritt tief ein und wird wieder zurückgefedert. Das fühlt sich am ungewohntesten an.
- Joya ist ebenfalls weich und elastisch und hat drei Sohlenarten: mehr Entlastung oder mehr Halt. Der Einstieg fällt den meisten leichter als bei kybun.
- Xsensible Stretchwalker setzt auf ein Stützelement in der Sohlenmitte und dehnbares Leder im Vorfuß. Der Schuh fühlt sich eher fest und geführt an und sieht am ehesten wie ein klassischer Schuh aus.
Eine Frage, die wir im Laden oft hören: „Welcher Schuh ist denn besser?“ Unsere ehrliche Antwort: Das ist individuell. Manche fühlen sich in Joya am wohlsten, für andere ist kybun das Nonplusultra. Es hängt von Ihrem Fuß, Ihrem Gang und davon ab, wofür Sie den Schuh tragen. Deshalb lohnt sich die Anprobe im direkten Vergleich.
kybun: tief einsinken, zurückfedern
kybun stammt aus der Schweiz. Die Sohle besteht nach Herstellerangaben aus einem mehrkomponentigen Polyurethan, das Firmengründer Karl Müller über Jahre entwickelt hat. Die Idee dazu kam ihm laut kybun auf dem nachgiebigen Lehmboden koreanischer Reisfelder.
Beim Gehen sinkt der Fuß nicht nur an der Oberfläche ein, sondern tief in die Sohle. Danach federt sie zurück, kybun selbst vergleicht das mit einem Trampolin. Der Fuß hat in der Sohle Bewegungsfreiheit in alle Richtungen.
Unsere Erfahrung im Laden: kybun ist von den drei Marken die größte Umstellung. Viele Kundinnen und Kunden sind beim ersten Schritt überrascht, wie weich und „wackelig“ es sich anfühlt. Deshalb nehmen wir uns bei kybun besonders viel Zeit für die Anprobe und erklären, wie man sich an die Sohle gewöhnt. Wichtig zu wissen: Wir führen kybun mit der Strato-Sohle, der weichsten kybun-Sohle. Sie hat kein herausnehmbares Fußbett, Einlagen lassen sich also nicht einlegen. Es gibt zwar auch Modelle mit der etwas festeren Tropo-Sohle und Wechselfußbett, die wir bewusst nicht führen. Aber auch dort raten wir von Einlagen ab, weil sie die Funktion der Sohle mindern.
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Joya: weich und elastisch, mit drei Sohlenarten
Joya ist ebenfalls eine Schweizer Marke, ihr Kennzeichen ist die weich elastische Sohle. Joya teilt seine Schuhe in zwei Sohlenkategorien ein:
- SENSO: die sanfteste Sohle, für stärkere Entlastung – gut für empfindliche Füße.
- ACTIVE: der Mittelweg aus Dämpfung, Rückfederung und Halt – für alle, die viel unterwegs sind.
- WAVE: mehr Halt und Stabilität, mit etwas weiterer Passform – für lange Tage auf den Beinen.
Innerhalb dieser Kategorien gibt es verschiedene Sohlentypen, die sich in Weichheit und Halt unterscheiden.
Unsere Erfahrung im Laden: Joya ist für viele der leichtere Einstieg in weiche Sohlen. Das Gefühl ist weich, aber vertrauter als bei kybun. Die Auswahl reicht von Sneakern über Sandalen und Stiefel bis zu Arbeitsschuhen mit rutschhemmender Sohle.
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Xsensible Stretchwalker: Balance und Platz für den Vorfuß
Xsensible gehört zum niederländischen Familienunternehmen Nimco, das 1904 in Nijmegen gegründet wurde. Produziert wird in Porto. Das Stretchwalker-Konzept wurde in Japan entwickelt und 2014 eingeführt. Vorbild ist der traditionelle japanische Holzschuh „Ippon-ba geta“ mit nur einem Steg in der Mitte.
Entsprechend sitzt in der Sohlenmitte ein Stützelement, um das der Fuß abrollt. Dazu kommt ein patentiertes Stretchleder aus sechs Schichten im Vorfußbereich, das nach Herstellerangaben nachgibt, wenn der Fuß im Laufe des Tages mehr Platz braucht.
Unsere Erfahrung im Laden: Xsensible fühlt sich von den drei Marken am festesten und geführtesten an. Viele schätzen, dass die Schuhe optisch klassischen Sneakern, Halbschuhen und Stiefeletten ähneln.
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Aus unserer Beratungspraxis: Waden in Bewegung
Beim Gehen arbeitet die Wadenmuskulatur. Sie wird oft als „Muskel-Venen-Pumpe“ bezeichnet, weil sie den Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt. Weich-elastische Sohlen wie bei kybun oder Joya sorgen dafür, dass Fuß- und Wadenmuskeln bei jedem Schritt mehr ausgleichen müssen.
Viele unserer Kundinnen und Kunden, die beruflich lange stehen oder gehen, erzählen uns, dass sich ihre Beine und Füße abends leichter anfühlen. Manche berichten auch, dass Beschwerden wie Reizungen und Entzündungen seltener geworden sind, seit sie sich mehr und anders bewegen. Das ist Erfahrungswissen aus vielen Jahren Beratung, keine wissenschaftlich belegte Wirkung. Größere Studien zu solchen Schuhen gibt es bisher kaum.
Wichtig: Bei Entzündungen, Schwellungen oder Venenbeschwerden lassen Sie die Ursache bitte zuerst ärztlich abklären. Ein passender Schuh kann eine Behandlung begleiten, aber nicht ersetzen.
Die drei Marken im Vergleich
| kybun | Joya | Xsensible Stretchwalker | |
|---|---|---|---|
| Herkunft | Schweiz | Schweiz | Niederlande (Nimco), produziert in Porto |
| Sohlenprinzip | sehr weiche, elastisch-federnde PU-Sohle, Fuß sinkt tief ein | weich elastische Sohle in drei Varianten: SENSO (mehr Entlastung), ACTIVE (ausgewogen), WAVE (mehr Halt und Stabilität, weitere Passform) | Stützelement in der Sohlenmitte, weiche Zonen an Ferse und Vorfuß |
| Gehgefühl | am weichsten, am ungewohntesten | weich, je nach Modell mehr Halt | am festesten, geführtes Abrollen |
| Eingewöhnung | deutlich spürbar, je nach Fitnesslevel | meist kurz | meist kurz |
| Einlagen | nicht möglich bei Strato Sohle (weichste Kybunsohle), auch sonst nicht empfohlen | je nach Modell, bei geschlossenen Schuhen meist möglich | immer möglich |
| Besonderheit | fordert Fuß- und Wadenmuskulatur beim Gehen stärker – laut kybun wird so die Muskel-Venen-Pumpe aktiviert; „Gehen-wie-auf-Wolken-Gefühl“ | unvergleichlicher Wohlfühlfaktor, kaum Ermüdungserscheinung der Füße, sogar nach sehr langem Tragen, Arbeitsschuhe mit SR-Sohle |
dehnbares Stretchleder im Vorfuß in einigen Modellen, Stabilität und spürbar aufrechterer Gang |
| Optik | sportlich, ikonisch, Sohle deutlich sichtbar | sportlich bis klassisch | schick, sportlich, ausgefallen |
Angaben zu Herkunft und Technik laut Hersteller. Die Einschätzungen zu Gehgefühl, Eingewöhnung und Optik beruhen auf unserer Erfahrung aus der Beratung.
Welcher Schuh für wen?
- Sie mögen es so weich wie möglich und sind offen für ein neues Gehgefühl? Dann probieren Sie kybun.
- Sie wollen weich gehen, aber nicht auf vertrauten Halt verzichten? Joya ist ein guter Start. Mit der SENSO-Sohle gehen Sie besonders entlastet, mit WAVE haben Sie mehr Halt.
- Sie brauchen Platz im Vorfuß, tragen Einlagen oder möchten einen Schuh, der im Büro nicht auffällt? Schauen Sie sich Xsensible an.
- Sie stehen beruflich viel? Alle drei Marken haben Modelle für lange Tage. Joya bietet zusätzlich Arbeitsschuhe mit rutschhemmender SR-Sohle.
Schuhe ersetzen keine Behandlung. Wenn Sie Beschwerden haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei der Wahl des passenden Schuhs beraten wir Sie gern.
So finden Sie Ihren Schuh: unsere Anprobe-Tipps
- Am Nachmittag anprobieren. Im Laufe des Tages werden die Füße etwas voller.
- Alle drei nebeneinander testen. Erst im direkten Vergleich merkt man, welches Gehgefühl einem liegt.
- Ein paar Minuten gehen, nicht nur stehen. Bei weichen Sohlen zeigt sich der Unterschied erst nach einigen Schritten.
- Eigene Einlagen mitbringen, wenn Sie welche tragen.
- Fußdruckmessung nutzen. In unseren Läden in Köln und Düsseldorf messen wir auf Wunsch digital, wie Ihr Fuß belastet wird. Das hilft bei der Auswahl von Modell, Größe und Weite.
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Häufige Fragen
Welcher Schuh ist besser – Joya oder kybun?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Manche fühlen sich in Joya am wohlsten, für andere ist kybun das Nonplusultra. Am besten finden Sie es heraus, indem Sie beide direkt nacheinander anprobieren und ein paar Minuten darin gehen.
Was ist der Unterschied zwischen Joya und kybun?
Beide haben weiche, elastische Sohlen aus der Schweiz. kybun gibt stärker nach, der Fuß sinkt tiefer ein. Joya fühlt sich vertrauter an und bietet mit den Sohlenarten SENSO, ACTIVE und WAVE die Wahl zwischen mehr Entlastung und mehr Halt.
Muss ich mich an die Schuhe gewöhnen?
Bei kybun ja, bei Joya und Xsensible meist nur kurz. Wir empfehlen, neue Schuhe mit weicher Sohle zunächst einige Stunden am Tag zu tragen und die Tragezeit dann zu steigern.
Kann ich meine eigenen Einlagen verwenden?
Bei kybun raten wir davon ab: Die Modelle mit Strato-Sohle, die wir führen, haben kein herausnehmbares Fußbett. Und auch bei kybun-Modellen mit Wechselfußbett würde eine Einlage die Funktion der elastisch-federnden Sohle mindern. Bei Xsensible geht das immer. Bei Joya hängt es vom Modell ab, bei geschlossenen Schuhen ist es grundsätzlich möglich. Bringen Sie Ihre Einlagen am besten zur Anprobe mit, dann prüfen wir das gemeinsam.
Sind diese Schuhe medizinische Hilfsmittel?
Nein. Es sind Aktivschuhe mit besonderen Sohlen. Wir sind ein Fachgeschäft für Aktivschuhe, kein orthopädischer Schuhmacher.
Kann ich die Schuhe auch online kaufen?
Ja, alle drei Marken finden Sie im Foot Solutions Onlineshop. Wenn Sie unsicher sind, welches Modell passt, lohnt sich der Besuch in Köln oder Düsseldorf.

